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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie baue ich einen naturnahen Teich? von tinah


Petute
23.03.2008, 18:00
Ökologisches Teichbauen – aber wie?

Bei einigen von Euch hat sich im Winter vielleicht die Flause im Kopf eingenistet, jetzt im Frühling körperlich aktiv zu werden und einen Teich zu buddeln. Damit ihr nicht nur Spaß beim Buddeln, sondern später auch an eurem naturnahem Teich habt, der ohne Technik auskommen kann, möchte ich Euch ein paar Tipps geben und Euch auch Teichbaufehler nennen, die auf jeden Fall vermieden werden sollten.

Ihr solltet euch jetzt schon darüber Gedanken machen, ob ihr Fische im Teich haben wollt. Wenn ja, dann könnt ihr ihn jetzt baut, ein Jahr warten, oder ihr baut euren Teich im Spätsommer oder Herbst, dann müsst ihr nur noch ein halbes Jahr warten, bis euer Teich eingefahren ist. Fische sollten nie im Herbst eingesetzt werden.

1. „Grundlagenforschung“
Als erstes müsst ihr euch Gedanken darüber machen, wo euer Teich hin soll. Bei einem ebenen Garten ist das fast egal, bei einem Garten mit Gefälle nicht. Wenn ihr euch nämlich vor Augen führt, dass Wasser bergab fließt, habt ihr die natürliche Stelle für euren Teich schon gefunden. Naturtümpel liegen ja auch immer in Senken oder Kuhlen und nicht etwa auf dem Bergrücken. Noch ne Anregung: es gibt keine viereckigen oder kreisrunden Teiche in der Natur, außer die Maare in der Eifel.
Dann gibt es noch etwas zu bedenken: Bäume! Bäume in unmittelbarer Nähe bekommen eurem Teich nicht. Da hilft es auch nicht unbedingt, den Teich im Herbst mit einem Laubnetz zu schützen, da Bäume im Frühjahr beispielsweise blühen, und auch die abfallenden Blütenblätter oder ein Sommersturm ein Problem sein können. Selbst das Fällen bringt euch ned wirklich weiter, denn die Wurzeln eines gefällten Baumes wachsen immer noch weiter!

Noch etwas ist zu beachten: Am besten wird der Teich nach Süd-Westen hin ausgelegt. Nord-Osten eignet sich weniger, da euer Teich ca. 6 Std. Sonne haben sollte. Etwas Schatten wäre optimal. Bei einem zu schattigen Teich werden jedoch eure Pflanzen nicht richtig gedeihen, bei einem zu sonnigen Teich kann das Wasser sehr schnell zu warm werden. Dann ist eine Beschattung eures Teiches durch Schwimmblattpflanzen sehr wichtig. Allerdings können auch die wie wir Sonnenbrand bekommen!

Wenn ihr euch die passende Stelle im Garten ausgesucht habt, legt erstmal mit einer Schnur die späteren Umrisse fest. Die wichtigste Devise hierbei lautet: THINK BIG! Je größer der Teich, desto weniger Sorgen werdet ihr später mit eurer Wasserqualität haben. Das bedeutet jetzt natürlich nicht, dass ihr euren gesamten Garten umgraben oder einen Kredit aufnehmen sollt.
Es bedeutet aber, dass ein kleiner Teich weniger Tiefe haben wird, wenn ihr ihn richtig baut, als ein großer. Ein größerer Teich wird im Winter nicht durchfrieren und auch noch mehr Sauerstoff haben, so dass eure erste Frühjahrsbeschäftigung im Folgejahr nicht darin bestehen wird, die ganzen Frosch- und Fischleichen abzukeschern. Bei einem reinen Pflanzenteich ist die Tiefe natürlich egal, allerdings muss man mit Einwanderern wie Fröschen, Molchen und Libellen rechnen.

Jetzt müsst ihr euch Gedanken über die verschiedenen Pflanzzonen im Teich machen. Man unterscheidet 3:
Die erste Zone (= Sumpfzone) reicht von der Wasseroberfläche bis zu 30 cm Tiefe,
die zweite (Flachwasserzone) von 50 cm – 30 cm.
Danach fängt die Tiefwasserzone an. Ein Teich sollte mindestens 80, besser noch 100 oder 120 cm Tiefe haben, was jetzt aber nicht bedeutet, dass ihr nach der Flachwasserzone später senkrecht in die Tiefe buddeln dürft, um Platz zu sparen, so wie ich es gemacht habe. Zum einen sieht so ein Schwarzes Loch völlig schaize aus, weil nämlich die schwarze Folie später zu sehen ist, außer, sie wuchert euch mit Algen zu, zum anderen ist meine erste Frühjahrsbeschäftigung leider oben beschrieben. Auch sollte euch klar sein, dass die Tiefe des Teiches von der geografischen Lage abhängig ist. Ein 80 cm Teich ist für das Tiefland geeignet, ned aber für ne Alm auf 3.000 m Höhe.

Das Teichgefälle sollte optimalerweise nicht mehr als 30 % betragen, sprich auf 30 cm Höhe kommt 1 m Länge, sonst rutscht nämlich das Substrat ab und Pflanzen können sich nicht mehr ansiedeln. Ohne Sauerstoff spendende immergrüne Unterwasserpflanzen in den tieferen Regionen kommt es vor allen Dingen im Winter zu Sauerstoffmangel und dann dürft ihr meiner ersten Frühjahrsbeschäftigung nachgehen…

Selbstverständlich, aber ned natürlich, dürft ihr an der einen oder anderen Stelle auch schon mal „schummeln“ aus Platzersparnisgründen. Da könnt ihr das Maximalgefälle auch überschreiten, ohne dass euch später der Teich direkt umkippt. Allerdings bleibt das Substrat dann nicht mehr liegen und die Stellen werden entweder doof aussehen, oder ihr müsst Pflanztaschen drüberlegen.

Entscheidend ist auch der Durchmesser der Tiefenregion. Wenn ihr aus Platzersparnis und/oder Unwissenheit ein Loch von nur 1 qm Durchmesser grabt, so wie ich (!), dann hat das nur zur Folge, dass sich in relativ kurzer Zeit, auch wenn ihr im Herbst ein Laubnetz spannt, dort das ganze Laub und verwesende Teichpflanzenreste ansiedeln. Das wiederum führt relativ schnell zu einer relativ dicken, unteren anaeroben Mulmschicht, die nur von einer dünnen, oben liegenden aeroben Schicht bedeckt wird. Im schlimmsten Fall führt das dazu, dass der Teich umkippt, da die anaerobe Schicht Gifte absondert. Außerdem führt es zu meiner ersten Frühjahrsbeschäftigung, da die vielen Frösche, die in meinem Teich überwintern, sich, um nicht zu erfrieren, an der tiefsten Stelle des Teiches aufhalten, der wiederum am sauerstoffärmsten ist, weil sich nicht genügend Pflanzen ansiedeln können…. Auch hier gilt deshalb: THINK BIG!


2. Buddeln
Es versteht sich von selbst, dass so ein Teich nicht an einem Tag gebuddelt werden kann. Und logischerweise gräbt es sich auch viel netter, wenn das Wetter gut ist. Ich hatte das Pech, während der gesamten Zeit ausgesprochen gutes Wetter zu haben. Das Wetter war so gut und die Sonne schon im Mai so heiß, dass es während der gesamten Teichbauphase nicht einmal geregnet hat, was mich beim Graben der Sumpfzone sehr erfreute. Dann kam die Flachwasserzone… Ich war schon braun gebrannt und freute mich darüber, dass sich das trockene Erdreich viel leichter abtragen ließ als nasses. Leider musste ich im Verlauf meines Teichbauvorhabens feststellen, dass die Kanten meiner Pflanzzonen aufgrund der Trockenheit und meiner Bautätigkeit immer mehr zerbröselten und ihre Form verloren, so dass die Stufen irgendwann nicht mehr waagerecht waren, sondern nach unten abfielen. Auch das Bewässern mit dem Gartenschlauch half nicht mehr; der Boden war viiiiiiiiel zu trocken!

Deshalb folgende Tipps: Bei zu trockenem Wetter ausreichend bewässern UND grabt nicht akribisch auf den Zentimeter genau eure Pflanzzonen, sondern stecht sie erstmal wellenartig nur grob ab. Um ein Beispiel zu geben: Die Sumpfzone wird nicht „kreisrund“ auf 30 cm abgestochen, stecht lieber erstmal nur hier und dort 20 cm ab, und das auch ned überall, da es Sumpfpflanzen gibt, die keine stehende Nässe vertragen (z. B. manche Irissorten, Primeln, Kardinalslobelie). Später, wenn euer Rohbau steht, solltet ihr euch von unten nach oben vorgraben. Erst jetzt müsst ihr eure Stufen ausmodellieren, und zwar ned waagerecht, sondern leicht KEILförmig in Richtung Teichrand. Keilförmig deshalb, weil bei der Auslegung des Teiches mit Vlies und/oder Sand die Pflanzetagen „verschwimmen“ werden und ihr später in die Keilform viel leichter ausreichendes Bodensubstrat einbringen könnt.


SPÄTESTENS jetzt müsst ihr euch Gedanken darüber machen, ob ihr einen Teich mit oder ohne Technik, sprich Pumpe und Filter, haben wollt. Die Leitungen müssten JETZT gelegt werden. Da kann ich aber nicht drauf eingehen, da ich keine Ahnung davon habe.

Was ich euch bisher an Teich vorgestellt habe, ist die Normalversion eines guten Teiches. Aber es geht noch viel besser: Ihr könnt nämlich die Sumpfzone aus eurem Teich ausgliedern. Das sähe dann folgendermaßen aus: Ihr grabt den Teich erstmal ohne Sumpfzone und fangt direkt bei der Flachwasserzone an. Die Sumpfzone stecht ihr zum Schluss mit einem halben Meter Abstand vom eigentlichen Teich aus. Diesen Abstand füllt ihr hinterher noch mit Erde zu einem kleinen Wall auf. Allerdings muss (!!!) dabei gewährleistet sein, dass dieser Wall an jeder Stelle eures Teiches oberhalb des Wasserspiegels ist, also müsst ihr die Erde noch verdichten. Besser ist das. Warum dieses Konzept so gut ist, werdet ihr unter Punkt 4 „Substrat“ erfahren…

Die Nivellierung des Teiches nehmt ihr mit einer Schlauchwaage vor. Eine Schlauchwaage ist ein langer durchsichtiger Schlauch mit 2 Stöpseln. Einen Stöpsel nehmt ihr ab und füllt bis auf wenige cm den gesamten Schlauch mit Wasser und setzt den Stöpsel erst mal wieder drauf. Die Schlauchwaage legt ihr nun in den Teich, die beiden Enden gegenüberliegend an den Teichrand. Im Schlauch selber dürfen keine Luftblasen sein, nur an den Enden. Jetzt braucht ihr eine zweite Person, die das andere Ende des Schlauchs am vermeintlichen Teichrand nach oben hält und den Stöpsel wieder entfernt. Dasselbe macht ihr auch. Stimmt der Wasserpegel im Schlauch mit eurem Teichrand überein, so ist das gut; ragt der Wasserpegel im Schlauch darüber hinaus, ist das weniger gut, weil an dieser Stelle euer Teich überfließen wird. Ist der Wasserpegel niedriger, so habt ihr einen Wall. Selbstverständlich macht ihr die Messung an jeder Stelle des Teichesrandes….


3.Auslegen des Vlieses/Sandes und der Folie
Wenn man nicht gerade in der Lüneburger Heide oder an Nord- oder Ostsee wohnt, was bei den wenigsten der Österreicher, Schweizer, Südtiroler und Deutschen der Fall sein dürfte, so stößt man beim Graben auf Wurzeln und Steine und nicht nur auf Sand. Hier bietet sich zum Schutz der Teichfolie Vlies an, welches bei ebay schon ab 1 €/qm gehandelt wird.

Nun zu den verschiedenen Folienarten: Es gibt 3 Sorten:
Die erste und preiswerteste ist die PE-Folie. Sie ist ein bisschen starrer bei der Auslegung. Der eigentliche Nachteil ist aber, dass sie sich im Falle eines Loches nicht zukleben, bzw. bei Teicherweiterung nicht ankleben lässt. Dafür ist sie bei der Entsorgung umweltverträglicher.

Die zweite, mittelprächtige Alternative ist PVC-Folie. Da kann man schon mal flicken, für den Fall, dass man das evtl. Loch überhaupt findet…. Bei Wärmeeinwirkung, dazu bedarf es nur geringer Wärme, schmiegt sie sich dem Teichgrundriss sehr gut an, ist aber bei der Entsorgung nicht so umweltverträglich.

Die dritte Folie ist Kautschukfolie, die auch EPDM-Folie genannt wird. Sie ist verschweißbar und extrem dehnbar. Sie eignet sich, wenn man entweder SEHR steinigen und verwurzelten Untergrund hat oder extreme Pflanzen wie Rohrkolben oder Schilf, die die o. g. Folien mit ihren Wurzeln durchstechen können. Leider ist sie auch sehr teuer.

Ihr habt euch also für eine Folie entschieden, die ihr in den Teich eingelassen habt. Sehr große Falten sollten vermieden werden, kleine werden durch den Wasserdruck fest angepresst. Es ist also ratsam, eher viele kleine, als mehrere große zu legen, in die sich dann unliebsame Dinge anreichern können, die ihr in eurem Teich ganz bestimmt nicht haben wollt.

Sehr wichtig ist die Kapillarsperre. Sie bildet das Ende eures Teiches und der Anfang eures Gartens. Deshalb lasst ihr erstmal 50 cm von der Folie überstehen. Nach Einbringung des Substrats und des Wassers wartet ihr erstmal, bis sich die Folie unterm Wasserdruck gesetzt hat. Wartet ruhig eine Woche damit, die Kapillarsperre anzubringen.

4.Das Substrat

Aus welchen Gründen auch immer wird immer wieder entweder Sand oder gar Kies und Steine, sogar in der Fachliteratur, empfohlen. Das ist ziemlicher Unsinn und sieht doof aus!
Geht mal in die Natur und sucht einen Naturteich (und nicht etwa einen Baggersee) auf! Zeichnet sich ein solcher Naturteich durch Kiesel und Steine aus?
Gute Teichbau-Literatur empfiehlt, und nicht umsonst, SAND!!! Sand ist ganz einfach nährstoffarm, um nicht zu sagen: nährstofflos. Das ist erstmal toll, weil man ja keine Algenpfütze haben will.

Kies ist auch erstmal nährstofflos. Sollte der Teich allerdings mit den Jahren nährstoffreicher werden, so hat das eine echte „Schlidderpartie“ zur Folge, weil sich in den Zwischen- und Hohlräumen und der Oberfläche viel besser Algen ansiedeln können, egal ob mit, oder ohne Technik. Die werdet ihr nie wieder los!

Nun ja, Steine bieten sich hauptsächlich als Teichumrandung an oder vereinzelt als Unterschlupf für irgendwelche schutzsuchenden Larven oder Jungfische….Ansonsten haben sie in einem Teich nichts zu suchen.

Kommen wir also zurück zu dem Sand. Der scheint ja erstmal optimal zu sein…
Was wir allerdings feststellen werden, ist, dass die Pflanzen, die wir in den Teich eingebracht haben, erstmal vor sich hinkümmern werden, da sie in nährstoffreichem Substrat vorgezüchtet wurden, was sie im Teich nicht mehr vorfinden. Der Vorteil ist also ein SEHR nährstoffarmer Teich. Der Nachteil für Pflanzenliebhaber und den Teich ist jedoch, dass die Pflanzen anfänglich kümmern.

Als preiswerte Alternative zu Sand, oder Kiesel und/oder gar Steine bietet sich sog. Verlegesand an. Dieser Begriff ist nicht durchgängig gebräuchlich. Verlegesand definiert sich durch einen hohen Sandanteil und einen niedrigen Lehmanteil, was ihr eurem Baustoffhändler mitteilen solltet.

Was sind also die Vorteile des Verlegesandes?
Wie schon erwähnt, besteht Verlegesand aus einem hohen Anteil an Sand und einem geringeren Lehmanteil. Die Frage, die sich also stellt, ist, woraus besteht Lehm?

Nun, Lehm ist eine Mischung aus Sand, Schluff und Ton (und i. d. R. EISEN). Diese Inhaltsstoffe definieren sich aber erst mal nur durch die Größe ihrer Körnung. Die Abstufung der Größe nach ist:

-> Stein
-> Kies > 2 mm
-> Sand 2-0,06 mm
-> Schluff 0.06 – 0.002 mm
-> Ton < 0.002 mm

Dies beinhaltet, dass Lehm mal sandiger, mal schluffiger, mal toniger sein kann, je nach Körnungsgröße. Das sagt erst mal NICHTS über den Nährstoffgehalt des Lehms aus. Kann es auch gar nicht, wie ich es euch nachstehend hoffentlich begründen kann:

Ton bzw. Tonmineralien sind entstanden aus Sedimentierung von (Granit-)Stein. Dieses Silikatgestein ist im Laufe von Jahrmillionen zerfallen in
1. ursprüngliche Schichtminerale (Glimmer) oder durch
2. Tonmineralneubildung, in dem sich Zerfallsprodukte nichtschichtiger Minerale (Feldspäte, Hornblenden etc.) um- und zusammenlagern zu Zwei- bis Vierschichtmineralien.
Diese haben wiederum je nach Schichtungsstruktur bzw. Alter ein unterschiedliches Wasser- und Nährstoff(salz)bindevermögen. Verallgemeinernd lässt sich aufgrund ihrer Kationenaustauschkapazität sagen, dass die Tonmineralien sehr gut in der Lage sind, Nähr- (und sogar Schad-)stoffe im Wasser zu binden, ohne diese gelöst ans Wasser abzugeben.
In der ersten Zeit des Teichlebens können sich somit die Teichpflanzen durch die Tonmineralien ernähren, bis sie genügend angewachsen sind, um ihrer eigentlichen Aufgabe, nämlich Nährstoffüberschuss des Wassers aufzunehmen, gerecht zu werden. Außerdem wies ich oben darauf hin, dass der meiste Lehm (brauner) Eisen enthält, was sehr wichtig für gesunden Pflanzenwuchs ist. Eisen ist zudem in der Lage, Phosphate an sich zu binden. Pflanzen lieben Phosphate!

Sei noch darauf hingewiesen, dass auch die durch den Wassereinlass aufgewirbelten Lehmpartikel recht schnell zu Boden sinken. Dies kann zwar ein paar Tage dauern, aber nicht mehrere Wochen.

So, und jetzt komme ich wieder auf die Superteichversion zurück. Solltet ihr euch für diese entscheiden, so könnt ihr in euren Teich Verlegesand einbringen, in die abgetrennte Sumpfzone aber richtig fette nährstoffreiche Erde, die ihr ja sowieso durch euren Teichbau übrig habt. Diejenigen Sumpfpflanzen, die einen hohen Nährstoffgehalt zum Blühen haben wollen, könnt ihr dann dort einpflanzen. Sie werden dort viel besser wachsen, als in eurem nährstoffarmen Teich. Allerdings braucht ihr bei dieser Teichversion ein Wasser saugendes Vlies, welches ihr über den Uferwall legt. Im Handel werden mehrere Versionen angeboten, von der preiswerten Kokosmatte (die allerdings mit den Jahren verrottet) bis hin zur unverrottbaren Naturagart-Pflanzenmatte. Keine Angst! Die Pflanzen im Ufergraben ziehen zwar das Wasser aus dem Teich, der Teich zieht aber nicht die Nährstoffe aus dem Ufergraben!! Das passiert nur dann, wenn ihr den Wall ned hoch genug gebaut bzw. verdichtet habt.

5. Die Kapillarsperre
Sie trennt, wie schon oben erwähnt euren Garten vom Teich ab. Das ist wichtig, weil sonst euer Garten Wasser aus dem Teich ziehen wird, und dieses zu empfindlichem Wasserverlust führt. Jetzt müsst ihr also noch mal graben, und zwar einen ca. 15 cm breiten und tiefen Graben zwischen Folie und Garten. JETZT könnt ihr Kiesel verwenden, mit dem ihr den Graben wieder auffüllt. Die Folie wird dabei senkrecht im Kies eingebettet. Das Kiesbett ist gleichzeitig eine Drainage für aus eurem Garten evtl. einfließendes (durch Düngung nährstoffreiches) Regen- oder Schmelzwasser. Jetzt erst schneidet ihr die Folie passgenau ab. Darüber könnt ihr nun auch Trittsteine legen, falls ihr das wollt.

6. Pflanzen
Auch hier gilt wieder: THINK BIG or even BIGGER!
Vor allen Dingen, wenn ihr euch zu einem technikfreien Teich entschieden haben solltet, so gilt umso mehr die hier dargestellte Regel: Pflanzt, was das Zeug oder euer Geldbeutel hergibt, dafür müsst ihr nichts in „Sachanlagen“ und laufende (Strom-) Kosten investieren…

Ganz einfach deshalb: die Pflanzen sind (mit oder ohne Technik) DIE Kläranlage eures Teiches.
Unterwasser-Pflanzen beziehen ihre Nährstoffe nicht etwa über die Wurzeln, sondern über ihre Blätter. Außerdem sind sie DIE Sauerstoffproduzenten im Wasser. Nicht nur Fische oder andere Tiere, wie Molch- oder Libellenlarven sind auf den Sauerstoff angewiesen, sondern auch die Bakterien der aeroben Mulmzone. Von daher sind Unterwasserpflanzen für euren Teich viel wichtiger als ne schön blühende Primel am Rand. Empfehlenswert sind das freischwimmende Hornkraut, Tannenwedel, Fieberquellmoos, da diese Arten wintergrün sind. Von Wasserpest hingegen rate ich euch bei kleinen bis mittelgroßen Teichen ab, da bei dieser Pflanze der Name Programm ist.

Kommen wir noch zu einer anderen Wasserpflanzenart, nämlich den so genannten Repositionspflanzen. Unter Repositionspflanzen versteht man Pflanzen, die Nährstofffreisetzung im Wasser durch ihren eigenen starken Nährstoffverbrauch und damit Algenwachstum im Zaun halten.

Leider haben viele dieser Pflanzen den Nachteil, bei entsprechendem Nährstoffreichtum über alle Maßen zu wuchern. Lasst eure Finger deshalb von Rohrkolbenarten und Schilf, die auch noch den unangenehmen Nachteil haben, mit ihren Wurzeln die Folie durchdringen zu können. Auch Teichmummeln und Wasserfenchel haben in kleinen bis mittleren Teichen nichts zu suchen. Sumpfvergissmeinnicht, Teichsimsen, Sumpfdotterblumen und Blutweiderich sind dagegen nicht nur Nährstoffzehrer, sondern auch noch gute Sicherungspflanzen für den Teichrand.

Zum Schluss möchte ich euch noch auf etwas hinweisen, das eigentlich logisch ist: Kleine Pflanzen gehören in den Vordergrund, große Pflanzen in den Hintergrund!

Ich werde euch noch eine Artenliste zur Verfügung stellen, aus der ihr ersehen könnt, welche Pflanzen wozu dienen, und wo sie hingepflanzt werden müssen. Das ist aber ne Heidenarbeit und ne lange Liste.

7. Fische
Wenn’s dann sein muss…und bei den meisten muss es nun mal sein. Auch ein naturnaher Teich ohne Technik, ABER VIELEN PFLANZEN verkraftet Fische, nur ned ganz so viel. Deshalb lautet hier die Devise: THINK SMALL! Fische haben die Tendenz zu wachsen und sich zu vermehren. Aus ein paar wenigen werden so ziemlich schnell ziemlich viele. Ziemlich viele Fische scheiden aber ziemlich viel Kot aus, vor allen Dingen, wenn auch noch zugefüttert wird. Der Teich wird mit Nährstoffen belastet. Habt ihr genügend Repositionspflanzen im Teich, so werden diese die Nährstoffe verbrauchen und euch mit kräftigem Wachstum erfreuen. Tragisch wird es, wenn das Gleichgewicht zwischen Pflanzen und Nährstoffen nicht mehr ausgeglichen ist. Dann werdet ihr eine weitere Pflanzenart kennenlernen: nämlich ALGEN! Da hilft dann nur noch eins: Fische raus, oder mehr Pflanzen rein. Manchmal, aber nur bei kleinen (Jung-)Fischen hilft auch schon mal ein Sonnenbarsch 8-)

Für kleine Teiche eignen sich z. B. Bitterlinge. Die sind recht unscheinbar, stehen aber unter Naturschutz, weil sie vom Aussterben bedroht sind. Die europäischen Bitterlinge sind allerdings in freier Wildbahn nur deshalb zum Aussterben verurteilt, weil sie über einen sehr speziellen Fortpflanzungsmechanismus verfügen. Sie brauchen Teichmuscheln zur Fortpflanzung. Aufgrund der Wasserverunreinigung sterben nämlich diese aus!!! Keine Muscheln, keine jungen Bitterlinge, if you know, what I mean…. Die zu kaufenden stammen übrigens aus asiatischen Nachzuchten.

Und jetzt kann ich euch nur noch viel Spaß und Freude bei eurem Teichbauprojekt wünschen und GANZ VIEL ERFOLG für euer "Biotop"!

Tina