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Alt 06.03.2008, 06:29
Standard Ionenaustauscher von Baumfalke & Uwe

Hallo,

da immer wieder Anfragen kommen zum Kati (Kationenaustauscher) für die Teil- und Vollentsalzung zwecks Funktion und Aufwand, möchte ich mal kurz was dazu schreiben und mit Bildern verdeutlichen. Ich sehe dies als Möglichkeit den Bericht in die Aqarium-FAQ einzubauen. Ich denke das es noch einige Leute gibt, die Erfahrungen damit haben. Wenn man diese zusammenträgt wäre es bestimmt nicht schlecht.

Zur Erinnerung, der Einsatz des Katis allein ist eine Teilentsalzung. Erst in Verbindung mit einem Ani (Anionenaustauscher) ist es eine Vollentsalzung.
In einem Kati sind künstliche Harze enthalten, die beim durchlaufen des Leitungswasser oder altem AQ-Wasser sämtliche Karbonationen binden und somit entfernen. Nach Durchlauf des Wassers beträgt der KH = 0 und der PH um 5. Nach einiger Zeit pegelt sich der PH-Wert endgültig um 6,5 ein. Dies wären dann die Ausgangswerte zum verschneiden des AQ-Wassers.

Der Kati selbst ist nichts weiter als eine Säule mit dem erwähntem Kunstharz. Auf dem Deckel befinden sich zwei Öffnungen, wo einmal LW zugeführt wird und eine, wo das Ionenwasser abfließt.

Übrigens, das Ionenwasser nicht frischgezapft ins AQ geben. Ich gebe das gesamte Ionenwasser erst in Eimer, logisch und anschließend "behandle" ich es mind. 1 Stunde besser 1,5 mit einem Luftsprudler. Im Ionenwasser ist nehmlich soviel Co2 enthalten, das es bei einer sofortigen Zugabe ins AQ den Sauerstoff austreibt. Die Fische bekommen dann mächtig Atemnot (eigene Erfahrungen). Mit dem Luftsprudler wird das Co2 ausgetrieben. Eine andere Möglichkeit wäre das Wasser ein Tag abstehen zu lassen.

Hier könnt ihr sehen wie der Kati funktioniert




Der Anschluß zum Wasserhahn ist in jedem beliebigen Baumarkt erhältlich. Dies kann natürlich mit einem Stecksystem, wie Kleingärtner sie benutzen, auch gemacht werden. Da der Kati nur eine bestimmte Menge an Karbonationen aufnehmen kann (Sättigung), muss er in gewissen Abständen regeneriert werden. Dies sieht man an einem Farbumschlag des Kunstharzes, in diesem Fall rot. Im nachfolgendem Bild seht ihr die entsprechenden "Zutaten", die man dafür benötigt (Salzsäure, Ätznatron).

"Die Zutaten" zur Regeneration und der Kati, hier ist auch schön der Farbumschlag zu erkennen. Erst bei völliger rot Färbung muss regeneriert werden.




So sieht es aus, wenn man die Regeneration des Kati durchführt




Ich habe mir einen Wasserkanister mit einem Hahn gekauft. Darin mische ich das Wasser und die Salzsäure. Es handelt sich um techn. Salzsäure (31-33 %), die man unproblematisch in Apotheken erhält. Es bestehet auch die Möglichkeit sich die Salzsäure aus dem Baumarkt in der Malerabteilung zu besorgen, diese hat dann aber 25 %. Von der Sache ist es egal welche Salzsäure man nimmt. Jetzt wird die Salzsäure mit Wasser verdünnt, so das letzendlich eine Säure mit 6 % entsteht. Bei anders prozentiger Salzsäure müssen die entsprechenden Teile berechnet werden. Die Anteile von Wasser und Säure werden von den Herstellern angegeben. Es wird immer zuerst das Wasser und dann die Salzsäure dazu gegeben (Plastetrichter). Da man die verbrauchte Salzsäure nicht einfach so wegkippen darf, muss sie neutralisiert werden. Dies geschiet mit Natronlauge. Ich benutze Ätznatron in geperlter Form, auch in der Apotheke erhältlich. So eine Flasche hält ewig. Die Perlen werden in einem Eimer gegeben und mit Wasser aufgelöst. Das wären die Vorbereitungen mit den "Zutaten". Jetzt braucht der Kati nur wie auf dem Foto mit allem verbunden werden und Hahn auf. Die ganze Prozedur dauert ca. 45 min, je nachdem wie groß der Kati ist.



Vorsichtsmaßnahmen:
  • Chemikalien sind ätzend
  • Chemikalien kindersicher verschließen
  • Gummihandschuhe tragen
  • Augenschützen, wenn doch Augenkontakt unter fließend Wasser von innen nach außen spülen, anschließend einen Arzt konsultieren
  • Regeneration in gefließten Räumen durchführen (z.B. Bad, Waschküche)



Antwort von Uwe

Hallo,

die Leitfähigkeit des so behandelten Wassers wird sogar leicht über der des Ausgangswassers liegen - daher halte ich den Einsatz von einem Kati ohne Ani unabhängig vom Ausgangswasser für die Aquaristik für vollkommen ungeeignet. "Weiches Wasser" wird nicht nur durch die mit unseren Test meßbare KH und GH bestimmt, sondern vor allem durch den Leitwert.

Übrigens entfernt der Kati nicht die Kationen, sondern er tauscht sie gegen Protonon aus, des halb heisst das Ding ja auch auch Austauscher und genau hier liegt auch seine Schwäche.

Da ich aber nicht mit Säuren und Laugen panschen mag, bleibe ich trotz Wasserverschwendung bei der Umkehr-Osmose.

Viele Grüße... Uwe
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