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Alt 18.03.2018, 09:02
Apisto
 
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Registriert seit: 06.01.2017
Standard Am Pozo Azul (Venezuela) unterwegs.

Der Meta-Buntbarsche, Aequidens metae (EIGENMANN, 1922).
Aequidens sp. aff. metae "Puerto Ayacucho"
Text und Bilder, Swen Buerschaper

Am vorletzten Tag unserer Reise durch Venezuela die ich mit Thomas Grosse und Kai Arendt machte, hatte ich das große Glück zwei Meta Buntbarsche, Aequidens sp. aff. metae "Puerto Ayacucho" beim Laichvorgang zu beobachten.
Wir befanden uns am "Pozo Azul", was so viel heist wie "Blaue Quelle". Das Gewässer befindet sich nördlich von Puerto Ayacucho (GPS Daten: N 05° 49.053 W 067° 28.843 H 65 m), die kleine Stadt liegt im Sudwestlichen Venezuela an der kolumbianischen Grenze. Der Pozo Azul mit seinem klaren blau schimmernden Wasser Wir hatten im Regenwald am Ufer des kleinen Baches vor fünf Tagen unser Lager aufgeschlagen, die Hängematten gleich am Wasser zwischen die Baume gespannt und einen Feuerplatz am Gewässerrand aufgebaut.
Viele Fotos und Filmaufnahmen hatten wir schon unter Wasser gemacht, als KAI mich daraufhin wies das direkt am Ufer in Zirka 50 Zentimeter Wassertiefe zwei Buntbarsche ablaichten. Die Fische hatten sich zwischen den hunderten Salmlern, Welsen und anderen Buntbarscharten ein kleines Revier erkämpft. Danach, inmitten dieses Reviers, ein Blatt als Laichsubstrat ausgesucht, es war von beiden Fischen akribisch geputzt worden. Wie gründlich die beiden Aequidens dabei waren sah man an den anderen Blattern, in unmittelbarer Nähe des Geleges, die sehr stark mit einer Aufwuchsschicht und Mulm bedeckt waren.
Einige Eier klebten schon auf dem Blatt, die Tiere hatten gerade mit dem Ablaichen begonnen. Die ersten Aufnahmen machte ich aus ungefähr zwei Metern Entfernung. Dann versuchte ich, so vorsichtig und langsam es möglich war, mich dem Pärchen zu nähern. Vielleicht waren die Tiere schon an uns gewohnt, wir tauchten ja schon einige Tage hier im Biotop, oder so in ihren Laichvorgang vertieft das sie mich nicht richtig wahrnahmen. Jedenfalls konnte ich mich nach ungefähr zwanzig Minuten bis auf wenige Zentimeter nähern.
Das laichende Paar mit seinem blitzblank geputzte „Laichblatt“ inmitten der mit Mulm bedeckten Umgebung Gebannt verfolgte ich dann mit dem Camcorder, wie Reihe auf Reihe die Eier abgelegt wurden. Im Anschluss nach der Eiablage des Weibchens glitt das Männchen über das Gelege um den frischen Laich zu besamen. Kam ein anderer Fisch zu dicht an das Blatt mit den Eiern, wurde er sofort und vehement von beiden Aequidens verjagt. Selbst wesentlich größere Fische, hier im Biotop gab es noch Flaggenbuntbarsche, (Mesonauta insignis) und Herosbuntbarsche (Heros severus), wurden angegangen, gebissen und durch Flossenschlage vertrieben. Die Tiere ließen sich auch durch die starke Annäherung des „Spanners“ mit seiner Kamera nicht in ihrer Tätigkeit stören.
Nach ungefähr einer Stunde war es dann vollbracht, beide Tiere standen ruhig oberhalb des Blattes und wedelten ständig frisches Wasser mit ihren Brustflossen zu den Eiern. Leider reisten wir am nächsten Morgen ab, unsere Exkursion war zu Ende und wir mussten Richtung Caracas aufbrechen. Gern waren wir noch hier am "Pozo Azul" geblieben und hatten die Entwicklung des Geleges verfolgt und auch die weitere Brutpflege "unserer" Buntbarsche beobachtet. Viel hatten wir in und an der blauen Quelle gesehen und erlebt, über das ich sicher noch berichten werde, die beiden Buntbarsche waren nur eine Geschichte von vielen interessanten Beobachtungen die wir hier machen konnten. Ob es sich auch wirklich um Aequidens sp. aff. metae "Puerto Ayacucho“ handelte, hatten die nächsten Tage gezeigt. Sie sind Offenbrüter, die ihre Eier, später die Larven und dann die aufschwimmenden Jungfische bewachen - in einer Elternfamilie, Männchen wie Weibchen fuhren oder bewachen abwechselnd die Jungtiere und Reviergrenzen. Mehrere Wochen sind die Jungfische so vor potenziellen Feinden geschützt und wachsen heran. Dann trennen sich Jungtiere und Alttiere, der Kreislauf beginnt von neuen.
Es wurde schon beobachtet das die Buntbarsche das Blatt, mit dem Gelege darauf, bei Gefahr ins Maul nehmen und wegtragen, um es so in Sicherheit bringen. Sie werden zirka fünfzehn bis zwanzig Zentimeter groß, wühlen so gut wie gar nicht und bleiben bis auf die Zeit der Brutpflege relativ friedlich.
Hier noch einige wissenschaftliche Daten zu den Fischen:
Der Name Aequidens setzt sich aus den lateinischen Worten "aequus" = gleich und "dens" = Zahn zusammen (Gleichzahn).
Ordnung: Barschartige (Perciformes)
Unterordnung: Lippfischartige (Labroidei)
Familie: Buntbarsche (Cichlidae)
Unterfamilie: Cichlasomatinae
Tribus: Cichlasomatini
Gattung: Aequidens EIGENMANN & BRAY, 1894
Art: metae EIGENMANN, 1922

Text und Bilder sind aus der Acara Post entnommen, da ich der „Urheber“ bin ist das kein Problem.
Angehängte Grafiken
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Viele Grüße, Swen
Apisto ist offline   Mit Zitat antworten
    #2
Alt 18.03.2018, 10:56
aqualoverin
 
Benutzerbild von aqualoverin
 
Registriert seit: 21.01.2014
Ort: OÖ,Attersee-Nähe
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Wow, das ist voll interessant und die Bilder erst das hätte ich auch gerne gesehen
__________________
lg sabsi


Life is like a boat in a bottle, try to sail you can´t with no air!!
aqualoverin ist offline   Mit Zitat antworten
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