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Krankheiten erkennen und behandeln

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    #1
Alt 04.02.2004, 09:56
silence
 
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Registriert seit: 01.02.2004
Ort: wien
Standard karpfenlaus

hallo,
ich habe schon oft von der "karpfenlaus"gehört und möchte jetzt einmal wissen was das ist .ein parasit ?oder eine krankheit ?
ich hab keine ahnung
__________________
schönen gruß,silence
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    #2
Alt 04.02.2004, 10:26
Aurum
 
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Registriert seit: 29.01.2004
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Hallo silence!

Karpfenläuse sind kleine parasitische Krebse, die etwa 14 mm groß werden und zur Gattung Argulus gehören:



Sie sitzen außen am Fischkörper und saugen Blut. Dabei halten sie sich mit zwei "Saugnäpfen" am Fisch fest - hier kann man sie gut erkennen:



Systematisch gehären sie zu den Crustacea, und hier in die Familie Argulidae. Es gibt über 150 versch. Argulus-Arten - und zudem sehr viele nahe Verwandte dieser Gattung.

Am Fisch sieht das dann so aus:




Oder so (2 Karpfenläuse an einem Goldfisch):




Massenbefall mit Karpfenläusen kann zu einem wirklichen problem werden, zumal natürlich das Blutsaugen Wunden verursacht, die Sekundärinfektionen nach sich zuehen können (Bakterien, Pilze).


Noch weitere Infos? Oder reicht das fürs erste, silence?


Liebe Grüßle

von Aurum
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    #3
Alt 04.02.2004, 10:31
Rainer
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Hi

Da ist Aurums Bericht kaum noch was hinzuzufügen.

Die Weibchen lösen sich vom Fisch zum Eierlegen. Diese wurmartigen Eier durchlaufen mehrere Stadien. Die jungen Läuse können schon schwimmen und suchen solange, bis sie einen Wirt finden. Sie besitzen Giftdrüsen um die Biß- oder Saugstelle am Fisch zu betäuben.#
Entfernen sollte man die Läuse ausserhalb des Wassers, da diese schwimmen können, und sich so einen neuen Wirtsfisch suchen, wenn sie frei im Wasser verbleiben.
__________________
Gruß
Rainer


Nichts im Universum ist ohne Wert, denn die Natur tut nichts vergeblich (Aristoteles)
Ein böses Wort ist wie ein Stein, der in einen Brunnen geworfen wird: die Wellen mögen sich glätten, doch der Stein bleibt. (Konfuzius)

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    #4
Alt 04.02.2004, 10:56
Aurum
 
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Man könnte noch schreiben, daß sich Argulus mit 1-(4-Chlorophenyl)-3-(2,6-Difluorobenzoyl)-Harnstoff (C14H9ClF2N2O2) bekämpfen läßt. Die Verbindung heiß auch Diflubenzuron und ist der Wirkstoff von Dimilin, ein Medikament, das durch seine Beeinflussung des Chitinstoffwechsels sowohl larvizid als auch ovizid wirkt.
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    #5
Alt 04.02.2004, 11:34
Michael
 
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Standard Karpfenlaus

@Aurum

schöne Fotos, aber zeigt Bild Nr. 3 wirklich einen Befall mit

Argulus

Gruß Michael
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Aurelius Augustinus

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    #6
Alt 04.02.2004, 11:41
Doc
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Ich würde sagen ja, aber es sieht eher wie ein ehemaliger Befall aus
(Frassspuren).

So noch ein paar Anmerkungen zur Behandlung für weniger begabte Biologen:
zum einen landen Karpfenläuse im Aquarium eigentlich nur durch einschleppen,
beste Vorbeugung ist hier sich den Fisch genau anzusehen (ein Befall kann man nicht übersehen, sind schon recht gross die Biester)

wenn es dennoch passiert, sollten diese Fische herausgefangen werden und in ein separates Becken gesetzt werden das mit einer 2,5 %
Kochsalzlösung befüllt ist (25g / L) und über höchstens 10 min darin gebadet werden

Durch dieses Kurzbad werden die Parasiten eventuell bereits geschädigt
lösen sich aber im allgemeinen vom Fisch und können aufgrund ihrer Größe problemlos abgekeschert werden

Vorsicht ist bei Weichwasserfischen geboten da sie derartige Salzbäder manchmal schlecht vertragen, bei ersten Anzeichen von Unwohlsein sollten sie sofort in vorher aufbereitetes Wasser zurückgesetzt werden
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MfG Doc

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    #7
Alt 04.02.2004, 12:11
Aurum
 
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Marlboro:
Es sieht wirklich nach einem ehemaligen Befall aus. Die Autoren beschreiben das, was durch die Pfeile hervorgehoben wird, allerdings als Argulus foliaceus.
Hier (klick!) die Öriginalveröffentlichung!
Aber davon mal abgesehen: Michael meinte das Bild darüber!


Michael:
Es gibt sehr viele versch. Argulus-Arten, dazu viele nahe Verwandte dieser Gattung. Der Parasit in Bild 3 (der auf dem Engel-Antennenwels, Pimelodus pictus) sei, so die Original-Bildbeschreibung, eine importierte Art und gehört evtl. tatsächlich nicht der Gattung Argulus selbst an, sondern stellt einen verwandten Parasiten dar. Gutes Auge, Micha! =D> Dennoch ist es für den Heim- oder Teichaquarianer eigentlich völlig wurscht, welcher Art genau der betreffende Parasit angehört, da alle diese Arten über Inhibitoren der Chitinsynthese erfolgreich bekämft werden können (heißt es zumindest, ich hatte diese parasiten noch nie!).
Das Foto ist auf der Aquaworld-Homepage veröffentlicht.


Liebe Grüßle

von Aurum
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    #8
Alt 04.02.2004, 12:46
silence
 
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hallo,
danke schon mal für die vielen antworten aber eine frage hätte ich noch.
wie kann man die karpfenlaus ohne medikamente oder salzbad entfernen?
mit der pinzette vielleicht ?
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schönen gruß,silence
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    #9
Alt 04.02.2004, 13:10
Doc
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Theoretisch und Praktisch könnte man sie auch mit einer Pinzette entfernen,
aber es bleibt dann ein Wunde zurück, die man mit antibakteriellen bzw. sollte sie verpilzen mit entsprechenden Medikamenten behandeln müsste,
zudem müsste das entfernen ausserhalb des Beckens erfolgen was ebenfalls eine Belastung des Fisches bedeutet

Da ist die Salzbehandlung die elegantere und schonendere Behandlung
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MfG Doc

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    #10
Alt 04.02.2004, 17:39
Michael
 
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Standard Karpfenlaus

Hallo Aurum,

ja, es ist Wurscht ob man artverwandte parasitäre Krebse beim Vornamen nennen will.
Wichtig ist es das man sie erkennt, einordnen kann und sie mit den entsprechenden Mitteln
wirksam Bekämpft.
Solche Mittel sollten nicht nur den sichtbaren Parasiten töten, sondern auch die Nauplienstadien.
Die Stiche der Parasiten können zu bakteriellen Infektionen führen und somit zu vielen Erscheinungen, die noch immer der Bauchwassersucht zugeordnet werden.
Ebenso können Viruskrankheiten übertragen werden und da wartet der Hammer schon vor der Tür.
In Bild Nr. 3 glaube ich einen adulten Livoneca zu erkennen.

Gruß Michael
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Aurelius Augustinus

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    #11
Alt 19.02.2004, 12:57
Aurum
 
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Registriert seit: 29.01.2004
Standard Re: Karpfenlaus

Zitat:
Zitat von Michael
In Bild Nr. 3 glaube ich einen adulten Livoneca zu erkennen.
Das hier ist eine Lironeca vulgaris:



Eine gewisse Ähnlichkeit ist da schon zu erkennen. Vielleicht ist es aber auch eine Nerocila? Es gibt ja so viele Arten ...
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Liebe Grüßle, Aurum!


Und wer was dazu sagen kann,
der schreibt es bitte hinten dran!

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